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GALORE geht offline: Letzte Chance, die 900 Interviews zu lesen

galoreDas war wirklich ein sehr schönes Magazin. Galore startete 2003 mit einem überschaubaren, aber ausgezeichneten Konzept: Interviews, Interviews, Interviews, aus allen Bereichen: Musik, Politik, Film, Kunst, Sport. Gute Themen, gute Gespräche, aber das reichte wohl nicht. Im Mai 2009 wurde die Printausgabe eingestellt, und nun macht auch noch die Online-Präsenz dicht. Bleibt bis Ende des Monats eine letzte Chance, die über 900 Interviews noch einmal zu lesen, die kostenlos online stehen. Zu den besten Interviews aller Zeiten gehört für mich etwa das Gespräch mit Lou Reed (“Ein Haufen Scheiße! Eine infame Fehlinterpretation!”). Aber auch in den letzten Monaten waren noch einige Hochkaräter dabei.

Wann immer ich mir ein Heft am Bahnhof gönnte, war ich erstaunt, welche Personen mich eigentlich noch interessierten, auch wenn ich sie vorher nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Die Auswahl war immer ansprechend, wenn auch manchmal erst auf den zweiten Blick. Auch in den letzten Online-Monaten kamen noch interessante Gespräche dazu, u.a. mit George Clooney, Michael Moore, Philippe Dijan, mit dem bekanntesten Flitzer der Welt, Mark Roberts, Jochen Distelmeyer oder Howard Carpendale.

Auf der Homepage von Galore heißt es nun: “Es ist unter wirtschaftlichen Aspekten nicht verantwortbar, das Projekt weiter zu führen.” Sehr schade.

Hier geht’s zu Galore, den über 900 Interviews und zu Bestellmöglichkeiten des Sammelbands.







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6 Kommentare
  1. Mila
    Erstellt am 12. Januar 2010 um 18:30 | Permanent-Link

    Daaanke! Aber wenn das mal nicht mein zeitlicher Ruin wird,…

  2. Erstellt am 12. Januar 2010 um 18:58 | Permanent-Link

    Echt schade, dass die GALORE nicht weitergeführt wird. Ich hab mir das Heft auch zwei-, dreimal in der Anfangszeit gekauft, einfach weil’s ein VISIONS-Spinoff war und ich ein Fanboi in dieser Zeit. Später habe ich dann das Interesse verloren. Weiß gar nicht, woran’s lag, die Interviews fand ich immer sehr gut und tiefgehend. Ich werde auf jeden Fall jetzt nochmal hineinschauen.

  3. Erstellt am 12. Januar 2010 um 23:57 | Permanent-Link

    “Wann immer ich mir ein Heft am Bahnhof gönnte, war ich erstaunt, welche Personen mich eigentlich noch interessierten, auch wenn ich sie vorher nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Die Auswahl war immer ansprechend, wenn auch manchmal erst auf den zweiten Blick.”

    Ganz genau so war es. Mich hat ehrlich gesagt der Heftpreis mehr und mehr abgeschreckt (womit ich gar nicht behaupten will, dass das Heft völlig überteuert war, konnt’s mir nur schlicht nicht leisten). Sehr schade, dass es zu Ende geht, aber es war mutig, es noch einmal online zu probieren. Schade, dass es nicht geklappt hat.

  4. Erstellt am 13. Januar 2010 um 09:57 | Permanent-Link

    ach nein! galore war eines der wenigen hefte, für das ich geld ausgegeben habe. ich fand den relaunch des magazins vor ein-zwei jahren nicht sehr geglückt, weshalb – auch ich – nicht mehr regelmäßig kaufte. nun muss ich wohl eingestehen, dass ich galores tod mit verursacht habe :(
    danke peer für den hinweis. ich werde gleich noch ein wenig schmökern!

  5. Erstellt am 14. Januar 2010 um 12:01 | Permanent-Link

    Der Verdummungsfeldzug der Pochers und Bohlens war erfolgreich. Menschen in den Medien werden heute lieber bloßgestellt und ausgeschlachtet, man interessiert sich sonst nicht für viel mehr. GALORE hatte einen anderen Ansatz, feinfühliger und anspruchsvoller. Nur gibt es dafür keinen Markt mehr.

    • Erstellt am 14. Januar 2010 um 14:35 | Permanent-Link

      Ach, das ist mir ein bisschen zu kulturapokalypsopessimistisch. Hochkultur und alles, was dem Rezipienten mehr als ein Quentchen Konzentration abverlangte, hatte es schon immer schwer auf dem “Mainstreammarkt”. Das war immer so, bleibt dabei und hat auch nix mit Oliver Pocher zu tun (was haben alle nur immer gegen den?). Natürlich ist der Tod von Galore bedauerlich, aber wenn ein solches Heft nicht auch okönomisch funktioniert (bzw. die Redaktion nicht flexibel genug ist, neue Wege der Vermarktung zu erfinden), dann muss man das eben akzeptieren.

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